Das Westufer von Luxor lässt sich an einem Tag besuchen. Sie sehen das Tal der Könige, den Totentempel der Hatschepsut in Deir el-Bahari, die Memnonkolosse und je nach Zeit Medinet Habu oder das Tal der Königinnen. Rechnen Sie mit sechs bis acht Stunden, beginnen Sie früh am Morgen und planen Sie die Mittagshitze im Schatten oder im Auto ein. Im Alten Ägypten lag hier die Stadt der Toten, denn die Sonne geht im Westen unter.
Das Wichtigste in Kürze
- Dauer: ein ganzer Tag, Start möglichst vor 8 Uhr.
- Reihenfolge: erst das Tal der Könige, dann Hatschepsut, zum Schluss Memnonkolosse und Medinet Habu.
- Anreise: Das Westufer erreichen Sie über die Nilbrücke oder mit der Fähre von Luxor. Die Stätten liegen verstreut, ein Fahrzeug ist nötig.
- Wichtig: In den Gräbern ist es eng und warm, in Deir el-Bahari gibt es kaum Schatten.
- Mehr zum Tal der Könige: Gräber, Ablauf und Geschichte.
Die Stationen im Überblick
Tal der Könige
Zwischen dem 16. und dem 11. Jahrhundert v. Chr. ließen sich die Pharaonen des Neuen Reiches hier in Felsgräbern bestatten. Gut 60 Gräber sind bekannt, aber nur ein Teil ist für Besucher geöffnet, und die Auswahl wechselt. Das berühmteste Grab ist das des Tutanchamun (KV 62), das Howard Carter 1922 entdeckte. Die Wandmalereien der Gräber Ramses‘ VI. und Sethos‘ I. gelten als besonders eindrucksvoll. Welche Gräber sich lohnen und wie ein Besuch abläuft, beschreibt der Beitrag Tal der Könige besuchen.
Totentempel der Hatschepsut
Der Tempel der Pharaonin Hatschepsut in Deir el-Bahari liegt am Fuß einer hohen Felswand und besteht aus drei übereinander liegenden Terrassen mit langen Säulengängen. Hatschepsut regierte im 15. Jahrhundert v. Chr. und ließ den Bau als Zeichen ihrer Macht planen. Die Reliefs zeigen eine Handelsexpedition nach Punt, einem Land an der Küste des Roten Meeres. Der Anblick der Terrassen vor der Felswand ist selbst auf Fotos beeindruckend, vor Ort wirkt die Weite noch stärker.

Planen Sie hier etwa eine Stunde ein. Der Tempel liegt in der Sonne, deshalb sind Hut und Wasser Pflicht, auch im Winter.
Memnonkolosse
Die beiden sitzenden Statuen am Straßenrand sind rund 18 Meter hoch und stellen Pharao Amenhotep III. dar. Sie bewachten einst den Eingang seines Totentempels, der heute fast verschwunden ist. Der Halt dauert nur 15 bis 20 Minuten und passt gut zwischen zwei Stationen. Für Fotos eignet sich das Licht am späten Vormittag oder am Nachmittag.

Medinet Habu
Der Totentempel Ramses‘ III. wird auf Tagesausflügen oft ausgelassen, ist aber einer der besterhaltenen Tempel des Westufers. Die Reliefs zeigen Kriegszüge gegen die Seevölker in tiefen, noch teils farbigen Darstellungen. Wer Zeit hat und Reliefs mag, sollte hier 45 bis 60 Minuten einplanen. Es ist meist ruhiger als an den bekannten Stationen.
Tal der Königinnen und Deir el-Medina
Im Tal der Königinnen liegen Gräber von Königsfamilien, darunter das der Nefertari, der Frau Ramses‘ II. Ob das Nefertari-Grab an Ihrem Tag zugänglich ist, klärt Ihr Reiseleiter. Deir el-Medina war das Dorf der Handwerker, die die Königsgräber bauten. Hier sehen Sie, wie die Arbeiter wohnten und wie ihre eigenen, kleineren Gräber ausgemalt sind.

Ein Tagesplan, der funktioniert
| Zeit | Station | Dauer |
|---|---|---|
| 7:00 | Abfahrt vom Hotel oder Schiff | |
| 7:45 | Tal der Könige, mehrere Gräber | 1,5 bis 2 Stunden |
| 10:00 | Hatschepsut-Tempel | 1 Stunde |
| 11:15 | Memnonkolosse | 20 Minuten |
| 11:45 | Mittagspause | 1 Stunde |
| 13:00 | Medinet Habu oder Tal der Königinnen | 1 Stunde |
| 14:30 | Rückfahrt |
Der Plan ist ein Beispiel. Die Reihenfolge ändert sich, wenn ein Tempel zu voll ist oder die Hitze früh steigt. Ein erfahrener Reiseleiter passt den Ablauf vor Ort an und nutzt die ruhigen Zeitfenster.
Worauf Sie achten sollten
Kleidung. Leichte, lange Hosen und ein Hemd mit Ärmeln schützen vor Sonne und Staub. Feste Schuhe sind sinnvoll, denn in den Gräbern liegt feiner Sand auf den Stufen.
Wasser und Snacks. Auf dem Westufer gibt es nur wenige Läden. Nehmen Sie mindestens einen Liter Wasser pro Person mit.
Beweglichkeit. Die Wege sind uneben, in den Gräbern führen steile Treppen nach unten. Für Reisende mit Gehproblemen sind das Tal der Könige und Hatschepsut dennoch machbar, wenn Sie langsam gehen und Pausen einlegen.
Westufer und Ostufer kombinieren
Viele Gäste möchten beide Seiten in einem Tag sehen. Das ist möglich, aber dicht gepackt. Die Kombination Luxor an einem Tag: Westufer und Ostufer zeigt den Ablauf. Wer mehr Ruhe sucht, trennt die Ufer und besucht das Ostufer mit Karnak und Luxor-Tempel an einem zweiten Tag. Ist das Westufer das Hauptziel, passt die Reise Luxor Westufer: Tal der Könige, Hatschepsut-Tempel und Memnonkolosse. Wer am Roten Meer wohnt, kann das Westufer auch im Tagesausflug von Hurghada oder Marsa Alam nach Luxor erleben, allerdings bei langer Fahrzeit.

Wann ist der Besuch am besten?
Die kühlen Monate zwischen November und März eignen sich am besten. Im Sommer wird es auf dem Westufer schon am Morgen heiß, die Felswände speichern die Wärme. Eine Übersicht mit Monatswerten finden Sie im Beitrag Beste Reisezeit für Nil, Luxor und Assuan. Wer eine Nilkreuzfahrt macht, besucht das Westufer meist am ersten oder letzten Tag der Reise. Den Überblick über alle Routen gibt der Ratgeber zur Nilkreuzfahrt in Ägypten.
Warum das Westufer die Totenstadt war
Die Ägypter verbanden den Lauf der Sonne mit dem Leben nach dem Tod. Im Osten ging die Sonne auf, dort lagen die Stadt und die Tempel für die Lebenden. Im Westen sank sie, und dort bauten die Herrscher des Neuen Reiches ihre Gräber und Totentempel. Die Gräber lagen verborgen im Fels, die Totentempel standen davor am Rand des Fruchtlandes. Dort wurden Opfer dargebracht, solange der König im Jenseits fortlebte. Wer das Westufer besucht, folgt also einem Weg, den auch die Prozessionen der Antike gingen: von den Tempeln am Fluss hinauf in die Wüste.

Diese Ordnung erklärt auch, warum Sie auf dem Westufer so wenig Schatten und so viel Fels finden. Die Totenstadt war nie als Ort für lange Aufenthalte gedacht. Planen Sie Ihre Pausen daher bewusst ein und nutzen Sie Rastplätze, wo sie angeboten werden.
Das Westufer mit Kindern und älteren Gästen
Kinder ab dem Grundschulalter schaffen den Tag meist gut, wenn der Plan Pausen enthält. Die engen Gräber sind für kleine Kinder ein Abenteuer, aber auch warm und stickig. Erklären Sie vorher, dass man nichts anfassen darf. Ältere Reisende sollten das Tal der Könige und Hatschepsut an den Vormittag legen und den Nachmittag ruhiger gestalten. Eine Sonnenbrille, ein Hut mit Krempe und ausreichend Wasser sind für alle Altersgruppen Pflicht.
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Besuch des Luxor Westufers?
Ein vollständiger Besuch dauert sechs bis acht Stunden, inklusive Fahrten und einer Pause. Wer nur das Tal der Könige und Hatschepsut sehen möchte, schafft es in vier bis fünf Stunden.
Welche Sehenswürdigkeiten sollten Sie auf dem Westufer unbedingt sehen?
Das Tal der Könige und der Hatschepsut-Tempel sind die beiden wichtigsten Stationen. Die Memnonkolosse sind ein schneller Fotostopp, Medinet Habu ist die Empfehlung für Reliefs.
Kann man das Westufer ohne Reiseleiter besuchen?
Ja, aber die Stätten liegen weit auseinander, und die Gräber haben kaum Erläuterungen vor Ort. Mit Reiseleiter verstehen Sie die Bilder und sparen Zeit bei den Transfers.
Wie heiß wird es auf dem Westufer?
Im Winter liegen die Tageswerte um 23 bis 27 Grad. Im Sommer erreichen sie rund 40 Grad, und die Felswände strahlen zusätzlich Wärme ab. Beginnen Sie dann so früh wie möglich.
Ist ein Ballonflug über dem Westufer sinnvoll?
Eine Ballonfahrt bei Sonnenaufgang zeigt Tempel, Felder und Wüste aus der Luft. Sie startet früh am Morgen und lässt sich mit dem Tagesprogramm verbinden, wenn die Abfahrt später beginnt. Fragen Sie nach Windbedingungen, denn Fahrten fallen aus, wenn das Wetter nicht passt.
